Colombiana
Man sollte sich angewöhnen, hinter einer Spielberg-Produktion nicht immer einen großartigen Film zu vermuten, denn, obwohl dieser Regisseur schon Filmgeschichte geschrieben hat, ist er in solchen Fällen als Produzent meist nur Geld- und Namensgeber.
So verhält es sich auch mit Luc Besson – Frankreichs Actionregisseur par excellence – der sich mit Filmen wie Nikita, Das Fünfte Element und Léon – Der Profi ebenso ausgezeichnet hat, wie seine amerikanischen Kollegen.
Das neue Werk unter seiner Produktion, Colombiana (gedreht von Olivier Megaton), verspricht dabei leider kein üblicher Besson-Knüller zu werden.
Die Hauptfigur Cataleya (Zoe Saldana) muss in jungen Jahren mit ansehen, wie ihre Eltern von einem kolumbianischen Paten ermordet werden und schwört schon mit jungen Jahren Rache. Älter und ausgebildet von ihrem Onkel Emilio (Cliff Curtis) beginnt sie ihren Feldzug und hetzt sich damit betreffende Person und das FBI auf den Hals.
Nebenbei wird dann noch eine Liebesgeschichte angedeutet, Familienprobleme bleiben bestehen und einen Zwist zwischen FBI und CIA bekommt der Zuschauer auch noch serviert.
Nicht nur, dass dies zu viele Themen sind, werden sie auch nur halbherzig ausgebaut und durchgezogen. So wird beispielsweise der besagte Zwist in einer einzigen Szene quasi vom Tisch geschossen, als habe man die schnellste Möglichkeit genommen, das Thema anzusprechen und abzuhacken. Das ist ebenso unglaubwürdig, wie ein Mädchen, welches sich mit neun Jahren die Killer vom Hals zu schaffen weiß.
Die wenigen Actionszenen sind zwar recht gut umgesetzt, führen aber zu geradlinig zum definitiv nicht überraschenden Ende.
Filmidee und Schauspieler – eine bezaubernde Zoe Saldana ist der wahre Actionhit in diesem Film – hätten mehr Potenzial, doch die Macher entschieden sich eher für ein kurzweiliges, anspruchsloses Abenteuer, welches vielleicht zu schnell in der Transporter-Schublade landen wird.
Mit ein wenig mehr Konsequenz wäre man einer Nikita wesentlich näher gekommen.
So bleibt Regisseur und Produzent nur vorzuschlagen, sich beim nächsten Mal doch einfach an das zu halten, was ihr großer Landsmann Godard einmal prägte: „All you need for a movie is a gun and a girl” – die Zutaten waren immerhin gegeben.



