Seit seinem Hans Landa in Tarantino’s Inglourious Basterds hat mich Christoph Waltz voll in seinen Bann gezogen. Ein [neben einer anderen Person] großartiger Mann, der wiederum – ich gebe es freilich zu – mich hauptsächlich dazu brachte, mir Wasser für die Elefanten anzusehen.
Der Film – um es vorwegzunehmen – hat mich überzeugt. Das liegt zum einen an der Rolle des Erzählers (Hal Holbrook), der die gesamte Handlung aus den 1930er Jahren, in den heutigen Rahmen einbettet und seine Geschichte erzählt – vergleichbar mit dem alten James Ryan, der in Spielberg’s Der Soldat James Ryan vor dem Grab seiner Kameraden kniet und sich an seine Geschichte erinnert.
Zum anderen (und man mag mir meine Schwäche verzeihen) ist es das Spiel der Schauspieler und das Wechselspiel ihrer Figuren.
Reese Witherspoon kann leider nicht an ihre Leistung in Walk the Line anknüpfen – was aber allein dem Fakt geschuldet sei, dass ihre Rolle auf Unterwürfigkeit und Zirkusattraktion fixiert ist – und strahlt dennoch mit ihrer Darstellung der Zirkusgattin Marlena Rosenbluth und ihrer Schönheit den Glanz einer “Attraktion” aus, die für das Zirkusrampenlicht lebt.
Auch Robert Pattinson, ich mochte es erst nicht glauben, ist definitiv zu mehr fähig, als nur einen grimmig dreinblickenden Vampir zu spielen. Zwar hat er seine besten Momente gemeinsam mit der Elefantendame Rosie, doch scheinen diese umso natürlicher.
Und, natürlich, die Granate: Christoph Waltz. Er kann lächeln und doch bitterböse Gedanken haben. Im Film wirkt er eben deswegen wie eine Granate, die jeden Moment hochgehen kann. In einem Moment ein friedliebender Ehemann und Zirkusdirektor, im anderen kommt der cholerische Ausbruch – eine zwiespältige Persönlichkeit, die man nie so recht einzuschätzen vermag und eben daran liegt die Faszination.
Natürlich macht diese Ambivalenz auch schon Waltz’ Erfolg in Inglourious Basterds aus, aber gelingt sie ihm doch so unglaublich gut, dass ich sie immer wieder gerne sehe. Nur sollte er sich nicht dauerhaft diesen Stempel aufdrücken lassen! Aber das er auch anders kann, bewies er schon selbstironisch in Der Humpink (http://www.youtube.com/watch?v=nwY4LuADupw).
Die Zirkusvorführung, das Zirkusleben und das wahre Gesicht dahinter, werden nur am Rande erwähnt. Die angesprochenen Probleme rund um den Kampf um die Zuschauerzahlen, zu einer Zeit, in der die Weltwirtschaftskrise die USA prägte, werden nicht ausgebaut oder vertieft. Das ist schade, liegt darin doch Potenzial für mehr.
Umso wichtiger ist die Leistung der beteiligten Schauspieler – und das Augenmerk des Films liegt ganz klar auf die oben genannte Dreierkonstellation – und eben diese macht Wasser für die Elefanten sehenswert!
3 Antworten auf “Wasser für die Elefanten”
Butze
22. Mai 2011 um 14:07
hee, bin ganz deiner meinung!
wirklich schöne romanze, einwandfreie darstellung des zirkusdirektors. gute empfehlung um diesen film mit einer ausgewählten begleitung zu schauen.
danke für den tipp.
buschi
filmipp
24. Mai 2011 um 13:30
Danke dir, mein Bester! Freut mich, wenn sowas ankommt
D
18. Juni 2011 um 22:44
Haha, mit Rosie.
Jedenfalls vielen Dank für die Kritik, jetzt schaue ich mir den Film vielleicht doch irgendwann noch an! Viele Grüße